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Auszeit mit Peking-Ente

  • Forbidden City
  • Sommerpalast
  • ...und jede Menge Chinesen
  • vom 13.07. bis 25.07.

Kilometer: 2378

An Mao Tsetungs Kommunismus erinnert hier nicht mehr viel: Peking ist gross, schnell und brutal kapitalistisch. Letzteres hat den Vorteil, dass man hier bekommt, was wir schon seit 2378 km nicht mehr bekommen konnten.
Unser Herz schlaegt hoeher, als wir uns im Giant Bike Store mit neuen Ketten, Bremsbelaegen und sogar original Power Bars eindecken koennen. Dies allerdings auch erst, nachdem wir einen halben Tag danach suchen mussten. Fuer den Versand eines Paketes mit Material fuer die geplante Himalayaueberquerung nach Golmud benoetigen wir ebenfalls einen halben Tag.

Bei organisatorischen Problemen kann man hier eben trotz starkem Einfuss aus dem Westen, noch nicht auf die noetige Routine zurueckgreifen.

Taxifahren in Beijing ist ein Abenteuer und wir gehen dieses auch nur noch dann ein, wenn wir in Teile der Stadt muessen, in der Fahrraeder verboten sind.

So werden in die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele 2008 - nicht zuletzt deswegen stehen hier mehr Baukraene als sonstwo auf der Welt - auch die Taxifahrer eingebunden. Bis 2008 muss jeder Taxifharer mindestens 500 Woerter Englisch verstehen. Daran, dass dieses Ziel erreicht wird, glauben nicht einmal die Taxifahrer und mit English-Kentnissen allein, ist auch noch kein Blumentopf gewonnen.

Als wir in Peking ankommen, ist es bereits kurz vor Mitternacht. Von einem Taxi wollen wir uns zum Hotel leiten lassen. Im Glauben in etwa im Zentrum angekommen zu sein, werden wir von einem Taxifahrer zunaechst 5 km auf einer Strasse geleitet, fahren diese nach einer 180 Grad Drehung dann allerdings wieder zurueck. Diesem Taxifahrer folgen wir nicht weiter, als er anschliessend wieder auf die Autobahn faehrt. Wir fragen also einen weiteren Taxifahrer, der uns 50 m in eine andere Richtung leitet, bevor er einen Fahrgast vom Fahrrand aufpickt und davon faehrt.
Erst der dritte Fahrer kann uns zum Hotel fahren, welches zu unserem Erstaunen quasi um die Ecke liegt. Dort wartet dann auch der wuetende erste Taxifahrer.

All die kleinen Problemchen sind jedoch nicht allein daran Schuld, dass sich unser Pekingaufenthalt etwas in die Laenge gezogen hat.

Zum ersten Mal auf unserer Reise haben wir das Gefuehl, dass wir uns einer Touristenfuehrung anschliessen sollten. In Peking gibt es so viel zu sehen, wir koennen unmoeglich hier weg, bevor wir uns nicht zumindest die Verbotene Stadt und den Sommerpalast angeschaut haben.
Belaestigt von ausserst unzaehligen Verkaeufern, lernen wir schnell uns mit einem Bu Joa ("Nein, brauch ich nicht") zur Wehr zu setzen. Die sehr eindrucksvollen Gebaeude koennen uns die Verkaeufer jedoch nicht madig machen und in dem ganzen touristischen Chaos koennen wir doch etwas lernen. So z.B., dass man die Wichtigkeit der Gebaeude an der Anzahl der Tierfiguren auf dem Dach ablesen kann. Zehn Figuren sind das absolute Maximum, und diese findet man in ganz China auch nur auf einem einzigen Dach, dem Regierungspalast der Verbotenen Stadt. Lustigerweise existieren in der Verbotenen Stadt nur 9999,5 Zimmer. Der Glaube besagt naemlich, dass nur das Himmelreich ueber 10000 Zimmer verfuegt und um daher nicht vermessen zu sein, wurde neben 9999 Zimmern noch eine Bibliothek eingerichtet, das halbe Zimmer.

Schon die ganze Zeit wundern wir uns ueber Barrieren die bis zu 30 cm hoch sind und uns beim Betreten von Haeusern das Leben schwer machen. Wir erfahren dann, dass angesehene Familien diese Barrieren errichten. Gaeste des Hauses sind dann gezwungen ueber diese hinweg zu steigen, womit sie dem Hausherren Demut und Respekt entgegenbringen.

Kulturprogramm der etwas anderer Art gab es dann bei einer Techno und Drum&Bass Party auf der Grossen Mauer, die wir auf die Weise auch noch zu Gesicht bekamen. Eine der Top 10 Partys in China und das nicht zuletzt aufgrund der unglaublichen Lage. Es ist schon der Wahnsinn dem Sonnenaufgang auf der grossen Mauer entgegen tanzen zu duerfen...


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