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Back to Civilisation

  • Nach dem Boom der Doom?
  • vom 07.07. bis 12.07.

Kilometer: 2378



Das Erste, was uns in China auffaellt - neben dem gigantischen Regenbogen am Grenzuebergang natuerlich - sind die unzaehligen Fahrraeder und Rikschas, die auf einmal auf Fahrradwegen um uns herum wuseln.
Ein recht angenehmes Gefuehl von Gleichgesinnten umgeben zu sein, dass uns den Chinesen direkt etwas naeher bringt.

Neben der Tatsache, dass Fahrradwege aus mongolischer Sicht absolute Asphalverschwendung sein muessen, koennen wir uns eigentlich nicht so recht vorstellen, was einem Mongolen sonst so durch den Kopf gehen mag, wenn er die Gelegenheit bekommt, einen Spaziergang durch Eren Hot zu unternehmen.
Schon bei der Abenddaemmerung erleuchten die Strassen Eren Hots im hellen Licht der sehr prunkvollen Strassenlaternen, groessere Gebaeude werden mit Flutlicht nahezu bombadiert. Kleinere Parks sowie Verkehrsinseln werden ueppig mit Wasser besprenkelt, so dass vergessen werden koennte, dass man sich mitten in der Wueste befindet. Die meissten Gebaeude sind sicher weniger als 10 Jahre alt, und vieles befindet sich noch in der Bauphase.

Man moechte von Retorten-Staedten und zentralem Planungskalkuel halten was man moechte, was hier geschaffen wurde, mitten in der Wueste wohl bemerkt, ist schon beeindruckend.
Natuerlich strahlt die Stadt keinen besonderen, geschweige denn historischen Flair aus und es darf auch nicht ueberraschen, dass die Chef-Rezeptionistin des International Pazific Plaza Hotels (einem extrem prunkvollen Hotelbau) kein Englisch versteht. Nur mit Haenden und Fuessen koennen wir erklaeren, dass wir nach einem Internet Café suchen.

Der Lebensstandard ist hier verglichen mit der Mongolei ungleich hoeher, und wir fuehlen uns als waeren wir zurueck in der Zivilisation.
Obwohl bereits eine Strasse von Eren Hot nach Jining existiert, wird auf der ganzen Strecke emsig an einer parallel verlaufenden Autobahn gebaut, die den Verkehr in der Wueste noch schneller machen soll.
Unter all der Zivilisation und Besiedlung leidet natuerlich sowohl der Zeltkomfort, als auch der Komfort des gemuetlichen Mittagessenkochens. 50km vor Jining wird die Auslaenderpolizei auf unseren Mittags-Rastplatz aufmerksam. Kaum wandert der erste Bissen in unsere nach Kohlenhydraten schreienden Maegen, werden wir aufgefordert alles wegzukippen und uns unverzueglich auf den Weg nach Jining zu begeben. Wir befinden uns in einer sog. "non open-" oder auch "restricted area" und duerfen von nun an nicht mehr anhalten, nicht einmal zum Wasser lassen. Aergerlich und vorallem anstregend ist das schon, jedoch wollen wir uns mit der immer laechelnden, aber sehr bestimmten Staatsgewalt nicht anlegen.


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