- Verwachsen mit Drahtesel und Wuestensand
- Russische Trucks an der chinesische Grenze
- vom 04.07. bis 06.07.
Kilometer: 1642
Obwohl wir uns auf der direkten Verbindung-"strasse" (laut mongolischer Karte: "improved unpaved road") zwischen den Hauptstaedten Ulaan Baatar und Beijing befinden ist das Verkahrsaufkommen aeusserst gering.
Nur sehr selten kuendigen sich alte LKW, meisst russischer Bauart, mit lautem Blubbern und einem Staubwoelkchen am Horizont schon ueber etliche Kilometer im Voraus an.
Die Mongolei ist ein sog. LLC ( land locked country ), und daher auf den Warenverkehr mit den grossen Nachbarn Russland und China angewiesen.
Die 450 km lange Luecke im asphaltierten Strassennetz, die sich zwischen China und der Mongolei auftut, koennen wir uns folglich nur politisch bedingt erklaeren.
Zwar soll die eklatante Luecke im Jahre 2008 geschlossen werden, jeglicher ernsthafte Warenverkehr zwischen China und der Mongolei laeuft jedoch bisweilen auf der gut zu kontrollierenden Trans-Mongolischen-Eisenbahnlinie.
Von einem Gleiswaerter in Tschoir haben wir erfahren, dass taeglich 38 Zuege auf der Strecke zwischen Ulaan Baatar und Beijing verkehren. Dabei verlassen hauptsaechlich Energietraeger wie Oel und Kohle, aber auch Holz im Tausch gegen Konsumgueter das Land. Viele der Gueter bleiben jedoch nicht in der Mongolei, sondern werden nur durch diese hindurch transportiert. Transitverkehr! Der Personenverkehr macht derweilen nur einen kleinen Teil des Verkehraufkommens auf dieser Bahnstrecke aus.
Wir erinnern uns, dass der Mongolei ihre Unabhaengigkeit von China nur aufgrund russischer Bemuehungen zugesprochen wurde. Fragt man die Bevoelkerung, wie sie ihren Nachbarn gegebueber eingestellt ist, so ist man jedoch sowohl Russland als auch China gegenueber sehr reserviert. Zwar liegt die Zeit des grossen Dshinggis Khan, der seiner Zeit sowohl die Gebiete des heutigen Russlands und Chinas zum Grossteil kontrollierte, schon ueber 800 Jahre zurueck, vergessen haben die Mongolen aber nicht, dass sie es einst waren, die den Ton im asiatischen Raum angegeben haben. Daran erinnern auch noch Stadtnamen wie Ulaan Baatar (Roter Held) oder altertuemliche Familiennamen wie z.B. Sucha Baatar (Eisenheld).
Warum auch immer uns die Annehmlickeit einer Asphaltstrasse verwehrt bleibt, gewoehnen wir uns irgendwie an das Holpern, Schieben, Schliddern und Driften im Sand. Besonders letzteres macht sogar richtig Spass, zumindest dann, wenn man mal etwas Geschwindigkeit aufbauen konnte. In Kombination mit Musik aus unseren mp3-Playern zaehlt dies sogar sicherlich zu den Highlights unserer Tour.
Ganz besonders sei hier auch nochmals ein grosser Dank an den Drahtesel in Bonn fuer unsere Drahtesel ausgesprochen. Trotz heftigster Belastung haben die Raeder bisher alles mitgemacht. Die Raeder laufen nachwievor wie neu!
In Zaminud, der mongolischen Grenzstadt, verlassen wir die Piste und duerfen uns ueber eine bescheidenes Stueckchen Asphalt freuen. Nur unweit vor der Stadt haben wir gezeltet, um schon sehr frueh nach China ausreisen zu koennen.
Nach kurzer Diskussion an einem vorgelagerten Grenzposten muessen wir unsere Raeder auf einen LKW verladen, der uns ueber die Grenze bringen soll. Alles in allem verlaeuft die Grenzueberquerung sehr schnell, auch wenn es das ein oder andere Problem auszuraeumen gibt: bei der Einreise in die Mongolei haben die mongolischen Beamten einen Mist gebaut und das Einreisedatum zwei Monate vordatiert. Bei der Ausreise kommen wir so auf einen Aufenthalt von knapp drei Monaten.
Zunaechst sollen wir also unser Visum nachtraeglich verlaengern, koennen dann aber, mit den gluecklicherweise aufbewahrten Flugtickets nach Irkutsk, die Beamten von unserer Version der Dinge ueberzeugen.
Auf chinesischer Seite werden wir von einem uebergrossen Regenbogen aus Stahl begruesst, der die gesamte Grenzanlage ueberschattet.
Zum Schaf: das Gute sah tagsueber schon etwas ungluecklich aus. Erst nachdem wir abends ein paar Spiesse gegessen haben faellt uns auf; das Schaf ist weg.